Das Theater Matte in Bern präsentiert die Schweizer Erstaufführung des Stücks «Minettis Blut oder eine glänzende Vorstellung», eine Komödie von Heiko Buhr. Unter der Regie von Markus Maria Enggist bringen Marianne Tschirren und Giovanni Pietro Incondi zwei Figuren ins Rampenlicht, die sonst wenig Beachtung finden.
Das Stück beginnt dort, wo andere Theaterabende enden: nach dem Schlussapplaus. Lore und Mario betreten die leere Bühne, um aufzuräumen. Sie putzen, wischen und polieren – und mit jedem Handgriff öffnet sich ein neues Kapitel ihrer gemeinsamen Geschichte.
Während sie ihrer Arbeit nachgehen, erzählen sie vom Theater, wie sie es über Jahrzehnte erlebt haben: von grossen Auftritten und kleinen Katastrophen, von Eitelkeiten, Triumphen und Momenten, die niemand bemerkt hat. Erinnerungen mischen sich mit Fantasien, Erlebtes mit Erfundenem. Lore und Mario widersprechen einander, schmücken aus, verlieren sich im Spiel und finden immer wieder zueinander zurück.
Was als alltägliche Reinigungsarbeit beginnt, wird nach und nach zu einer eigenen glänzenden Vorstellung. Die Bühne verwandelt sich in einen Ort zwischen Realität und Vorstellung, in dem die beiden zu Erzähler:innen, Spielenden und Hüter:innen des Theatergedächtnisses werden. Minetti – als grosse Theaterfigur – bleibt dabei eine Randerscheinung, ein freundlicher Schatten, während Lore und Mario im Zentrum stehen.
Das Stück erzählt von Menschen, die sonst unsichtbar bleiben, vom Älterwerden ohne Stillstand und von der Lust, dem Leben immer wieder neuen Glanz zu verleihen. Warm, humorvoll und poetisch lädt dieser Theaterabend dazu ein, genauer hinzuschauen – auf das Theater, auf die Arbeit dahinter und auf die Geschichten, die entstehen, wenn man ihnen Raum gibt.

Der Autor: Heiko Buhr
Der deutsche Schriftsteller wurde 1964 geboren. Ursprünglich absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann, studierte danach Deutsche Literatur- und Sprachwissenschaft und Philosophie. Neben seiner bereits früheren Tätigkeit als Autor für Theaterstücke, Hörspiele, Gedichte und Erzählungen arbeitete er in diversen Berufsfeldern. Zum Beispiel als Museumswärter, Tischlereigehilfe, Regalbestücker oder bei einer Zeitungsdruckerei. Seine Theaterstücke werden international aufgeführt und wurden bereits ausgezeichnet, zum Beispiel mit dem Heinz-Dürr-Stückepreis. Die vielen von ihm verfassten Theaterstücke tragen Namen wie Achtstundentag, Die Schattenlosen, Lebemänner oder Beckettbernhardmania. Mit «Minettis Blut oder eine glänzende Vorstellung» zeigt das Theater Matte erstmals eines seiner Werke.
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Minettis Blut oder eine glänzende Vorstellung Premiere am Sa, 21. Februar, Derniere am 22. März 2026 Weitere Informationen und Tickets: www.theatermatte.ch |