Ein Blick ins Uhrwerk

Wer durch die Lauben der Kramgasse in Bern schlendert, entdeckt dort einen Ort von und für Liebhaber:innen von allem, was tickt und tackt. In der vierten Generation führen Dominik und Franziska Maegli das Fachgeschäft Uhrsachen. Im hauseigenen Atelier kommen auch gebrauchte Lieblingsstücke unter die Lupe.
Text: Corinne Kneubühler

«Tick different», so lautet das Credo des «Uhrsachen»-Teams. Dieses verbildlicht sich speziell im sorgfältig kuratierten Sortiment des Ladens. Neben neuen mechanischen Modellen von grossen Uhrenmaken wie GrandSeiko, Ulysse Nardin, Longines oder Oris findet sich dort auch eine Auswahl an Vintage- und Pre-Owned-Uhren. Hier schlägt das Herz vieler Liebhaber:innen höher, denn je nachdem entdeckt man hier eine Uhr, die in keinem aktuellen Kollektionsbuch mehr zu finden ist. Eine gebrauchteUhr erzählt eine eigene Geschichte – wer weiss, an welchem Handgelenk sie bereits die Welt gesehen hat.
Neben Inhaber und Geschäftsführer Dominik Maegli leben zehn Mitarbeitende ihre Leidenschaft für Uhren aus, darunter auch fünf Uhrmacher:innen. Das Atelier bildet das Herzstück von «Uhrsachen» und ist ein Ort des Handwerks und der absoluten Präzision. Es ist das grösste Uhrmacher-Atelier in der Region und bietet unabhängige, markenübergreifende Dienste an. Wer beispielsweise eine Rarität vorbeibringt, kann diese auch gegen eine neue Uhr eintauschen. Die historische Authentizität der Uhren wird dabei immer genauestens geprüft und garantiert. Die Uhrmacher:innen kümmern sich bei der Revision feinsäuberlich um die Lieblingsstücke der Kundschaft.

Bei den Uhrmacher:innen
Nachdem das Atelier kontinuierlich ausgebaut wurde – wo heute umfangreiche Serviceleistungen angeboten werden können – wurde das bestehende Geschäft an der Kramgasse mit dem zusätzlichen Laden «KONZEPT Uhrsachen» ergänzt. Hier wächst die schon fast zu Kult gewordene Philosophie von Uhrsachen weiter und bekommt eine neue Facette durch den Bereich hochwertiger Design-Gegenständen und moderner Zeit-Objekte. Das neuste Projekt in Bern befindet sich in einem höchst historischen Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, gleich neben der berühmten Zytglogge. Hier wird Uhrsachen zukünftig dem Haut-Horlogerie-Bereich einen würdegen Platz geben. Kurzfristig werden diese wunderschönen Räumlichkeiten, welche bereits aufwändig restaureiert wurden, für temporäre Konzepte und unkonventionelle Marken-Präsentationen genutzt. Aktuell ist die Züricher Marke «Maurice de Mauriac» dort zu Gast. 

Uhren aus Vorbesitz – 3 Fragen an Dominik Maegli

 Was ist der Unterschied zwischen Vintage und Pre-Owned?
Eine klare Regelung gibt es da nicht. Gemeinhin hat das mit dem Alter der Uhr zu tun. Wir bezeichnen rudimentär alle Uhren, die einen Jahrgang vor 2000 haben, als «Vintage». Und die Jüngeren eben als «Pre-Owned» oder zu Deutsch als «Uhren aus Vorbesitz». Man könnte noch viel genauer präzisieren, Uhren vor 1920 werden als «Antik» bezeichnet, bis Anfang der 80er Jahre als «Vintage» und bis zum Jahrtausendwechsel als «Neo-Vintage».

Wie sieht es mit den Themen Authentizität und Zustand der Uhr aus?
Diese Themen haben für uns höchste Priorität, gelten nach unserem Verständnis aber eigentlich auch als Selbstverständlichkeit für einen Kauf in einem spezialisierten Fachgeschäft. So werden sämtliche Uhren von uns auf Echtheit geprüft. Die Pre-Owned-Uhren werden revidiert und aufgefrischt. Auch die älteren Uhren bekommen eine komplette Revision des Uhrwerkes.

Welche Vorlieben in diesem Bereich hast du persönlich?
Ganz besonders mag ich Sportuhren in Stahl aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Das können sowohl Chronografen als auch Taucheruhren sein. Diese Zeit war von einer unglaublichen Kreativität und einem fantastischen Entwicklergeist geprägt. Ende der 1950er-Jahre kamen die ersten richtigen Taucheruhren auf den Markt und 1969 wurden die ersten Chronografen-Werke mit automatischem Aufzug vorgestellt. Beides sind Uhren-Typen, welche bis heute zu den allerbeliebtesten gehören.

Uhrsachen, Kramgasse 19, Bern. uhrsachen.ch

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