Dr. med. Christine Marthaler, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und Partnerärztin bei Hirslanden Bern, begleitet Patientinnen wie Lena Schober oft jahrelang. Sie sagt: «Endometriose ist eine chronische gynäkologische Erkrankung, die viele Frauen betrifft und je nach Lebensphase andere Herausforderungen mit sich bringt». Die Geschichte der heute 33-jährigen Lena Schober beginnt, als sie mit 16 Jahren bei Ihrer Frauenärztin ein Pillenrezept verschrieben bekommt.
Lena Schober leidet seit Beginn ihrer Menstruation unter starken Schmerzen während ihres Zyklus. Mit der Zeit treten die Beschwerden auch ausserhalb der Menstruation auf und beeinflussen zunehmend ihren Alltag. Als sie mit 16 Jahren deswegen zur Gynäkologin geht, verschreibt ihr diese die Antibabypille, deren Einnahme Lena Schober jedoch ablehnt. Die chronischen Schmerzen werden für sie aber zunehmend zur Belastung. Nach Jahren der immer stärker werdenden Schmerzen entscheidet sie sich doch für die Pille und die Schmerzen sind wie weggeblasen. Ein komplett neues Lebensgefühl.

Typische Symptome einer Endometriose wie starke Menstruationsschmerzen, chronische Unterbauchschmerzen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr werden häufig lange unterschätzt.
Therapie der Endometriose
Die Therapie wirkt sehr gut. Der Grund für die plötzliche Schmerzfreiheit geht Lena Schober nicht aus dem Kopf. Sie sucht deshalb die Frauenärztin Christine Marthaler in der Sprechstunde auf. «Wenn die Schmerzen mit Einnahme der Pille verschwinden oder extrem abnehmen, dann ist eine Endometriose sehr wahrscheinlich. Leider ist diese Therapie heute schlecht akzeptiert, aber die einzige, die wirklich nützt. Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die immer wieder zurückkehren kann. Damit die Krankheit stabil bleibt, braucht es die Therapie mit einer Pille.», erklärt Christine Marthaler.
«Wenn die Schmerzen mit Einnahme der Pille
verschwinden oder extrem abnehmen, dann ist eine
Endometriose sehr wahrscheinlich.»
Diagnose der Endometriose
In der Regel erkennt eine Fachperson eine schwere Endometriose durch die ausführliche körperliche (klinische) Untersuchung. «Es war sehr wichtig für mich, Klarheit bezüglich der Schmerzen zu haben. Auch um früh genug das Thema Kinderwunsch anzugehen, wenn es aktuell wird», sagt Lena Schober. Die Entzündungsherde im Bauchraum können zu ungewollter Kinderlosigkeit führen, müssen aber nicht. «Eine gesicherte Diagnose ist die Grundlage für jede erfolgreiche Therapie», erklärt Christine Marthaler. «Sie ermöglicht eine individuell abgestimmte Behandlung in jeder Lebenssituation.»
«Eine gesicherte Diagnose ist die Grundlage
für jede erfolgreiche Therapie.»

In einem ausführlichen Erstgespräch besprechen Ärztin und die Patientin die Beschwerden, die Krankengeschichte und mögliche Zusammenhänge. Dieser ganzheitliche Ansatz ist wichtig, da Endometriose sehr unterschiedlich verlaufen kann.
Der erste Schritt zur Schwangerschaft
Nach der Diagnose ändert sich für Lena Schober erstmal nichts. Sie wird weiterhin hormonell mit der Antibabypille therapiert. Regelmässig nimmt sie Kontrolltermine bei ihrer behandelnden Ärztin Christine Marthaler wahr. Ende zwanzig setzt Lena Schober in Absprache mit ihrer Ärztin die Pilleneinnahme ab, um wieder einen natürlichen Menstruationszyklus zu erlangen und somit eine Schwangerschaft zu ermöglichen. Nach Absetzen der Pille kann es allerdings bei Endometriose-Patientinnen aufgrund der Erkrankung selbst oder durch vorhandene Verwachsungen und Entzündungen erschwert sein, schwanger zu werden. Christine Marthaler sagt dazu: «Es ist wichtig, die Familienplanung frühzeitig mit Gynäkolog:innen zu besprechen. Gegebenenfalls werden gezielte Kinderwunschbehandlungen oder operative Massnahmen in Betracht gezogen, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu verbessern.»
«Es ist wichtig, die Familienplanung frühzeitig
mit Gynäkolog*innen zu besprechen.»

Grosse Endometrioseherde sind auf dem Vaginalultraschall oder manchmal auch auf einem MRI ersichtlich. Kleine Herde können nur mittels einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) diagnostiziert werden.
Ist eine Operation sinnvoll?
Nach Beenden der hormonellen Therapie kehren auch die starken Schmerzen zurück. Lena Schober wendet sich wieder an ihre Gynäkologin für weitere Abklärungen. Zuerst führt Christine Marthaler eine Eileiterdurchgängigkeitsprüfung in ihrer Praxis durch. Es zeigt sich, dass nur ein Eileiter offen ist. Deshalb treffen nun die Ärztin und Lena Schober gemeinsam die Entscheidung für eine operative Therapie. Die Endometriose-Operation erfolgt minimalinvasiv im Hirslanden Salem-Spital. Dabei entfernt die Gynäkologin operativ gezielt die Endometrioseherde und löst Verwachsungen. Dies fördert so die Eileiterfunktion und reduziert Entzündungen. Dank der neuen minimalinvasiven Verfahren, welche in der operativen Gynäkologie zur Verfügung stehen, erfolgt der Eingriff besonders schonend. «Eine Operation ist in gewissen Fällen sinnvoll, um die Fruchtbarkeit zu verbessern», erklärt Christine Marthaler.
Endlich schwanger
Bei Kinderwunsch kann eine Operation helfen. «Patientinnen mit Endometriose versuchen oft jahrelang schwanger zu werden. Mit der Diagnose können gezielt Massnahmen ergriffen werden», erläutert Christine Marthaler. Durch die chronischen Entzündungsherde im Bauchraum können manchmal beide Eileiter irreversibel geschädigt sein, deshalb bleibt bei einer Endometriose oft nur die In-vitro-Fertilisation (IVF). Die IVF ist ein Verfahren, bei dem Eizellen ausserhalb des Körpers mit Spermien befruchtet und die entstandenen Embryonen anschliessend in die Gebärmutter eingesetzt werden, um eine Schwangerschaft zu ermöglichen. Vor IVF kann eine hormonelle Behandlung die Endometrioseaktivität senken und die Erfolgschancen steigern. Lena Schober spürt jedoch bereits zwei Wochen nach der Operation eine deutliche Verbesserung und wird schnell schwanger. Die postoperative Betreuung und regelmässige Nachkontrollen im Salem-Spital stellen sicher, dass die Therapie langfristig erfolgreich bleibt. «Ich habe zum ersten Mal seit Jahren das Gefühl, wieder Kontrolle über mein Leben zu haben», sagt Lena Schober.
Gynäkologie und Geburtshilfe
Hirslanden Salem-Spital
Geburtshilfe.Salem@hirslanden.ch
T +41 31 337 68 88

Dr. med. Christine Marthaler
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Frauenpraxis Zytglogge
info@frauenpraxis-zytglogge.ch
T +41 31 503 1919
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Salem-Spital
Der Leistungsschwerpunkt liegt auf der gesamten Medizin des Bewegungsapparates mit Orthopädie und Sportmedizin, der Wirbelsäulenchirurgie, der Urologie sowie der Gynäkologie und Geburtshilfe. Die zentrale Lage bietet einen schnellen Zugang zur 24-h-Notfallstation sowie eine einmalige Aussicht auf die Berner Altstadt und die Alpen. 1888 als Diakonissenhaus gegründet, führt das Salem-Spital die Tradition einer individuellen Betreuung der Patient:innen fort. Moderne Technologie und Infrastruktur, die persönliche Pflege sowie eine zeitgemässe Hotellerie ergänzen das medizinische Angebot. Die Geburtshilfestation des Salem-Spitals verfügt über vier Gebärzimmer und zählt jährlich rund 850 Neugeborene. Spezialisierte Fachärzt:innen und Mitarbeitende kümmern sich täglich um das Wohl der Patient:innen. Sie behandeln jährlich rund 9’300 stationäre Patient:innen. Mit 147 Betten ist das Salem-Spital die grösste der Berner Hirslanden-Kliniken. Es gehört zu Hirslanden, dem grössten medizinischen Netzwerk der Schweiz. Hirslanden Bern |