Wenn am Wochenende vom 27. und 28. Juni 2026 die letzten Sonnenstrahlen verblassen, fällt der Startschuss für die 20. Schweizer Wandernacht. Die Jubiläumsausgabe feiert der Verband Schweizer Wanderwege jedoch bewusst ohne ausgelassene Party – ganz im Sinne der ursprünglichen Idee: naturnah, entschleunigt und doch eindrücklich.
Im ganzen Land machen sich unter fast vollem Mond bald wieder Nachtschwärmerinnen und Frühaufsteher auf Entdeckungsreise. Die Wandernacht hat sich seit der ersten Durchführung im Jahr 2006 – initiiert vom Dachverband Schweizer Wanderwege – als Fixpunkt im Eventkalender der Wandercommunity etabliert. «Die Idee entstand aus der Motivation, dem Wandertourismus in der Schweiz frische Impulse zu verleihen», erklärt Michael Roschi, Geschäftsleiter der Schweizer Wanderwege. Gestartet wurde vor 20 Jahren mit etwa 15 Nachtwanderungen, wobei schon damals nicht alltägliche Erlebnisse und neue Eindrücke altbekannter Landschaften im Fokus standen. Heute können Wanderfans aus über 120 Angeboten wählen – aus so vielen wie nie zuvor. Am Grundkonzept hat sich jedoch nichts geändert: Individuelle Veranstalterinnen und Veranstalter, darunter Tourismusorganisationen, Bergbahnen oder selbstständige Wanderleitende, organisieren geführte Gruppenwanderungen in der Abenddämmerung, in der vom Mond erhellten Nacht oder in den frühen Morgenstunden. «Dass dieser Ansatz seit zwei Jahrzehnten funktioniert, zeigt, wie gross das Bedürfnis ist, die Natur in all ihren Facetten zu erleben – andächtig, aber gleichzeitig abenteuerlich und immer wieder überraschend», sagt Michael Roschi. Die Schweizer Wanderwege koordinieren die Durchführung, betreiben die Website www.wandernacht.ch und bewerben den Anlass national.

Leise Töne zum Jubliläum
Zum 20-jährigen Bestehen des Events setzen die Schweizer Wanderwege bewusst auf leise Akzente statt auf eine grosse Inszenierung. «Eine pompöse Feier würde dem Geist der Wandernacht widersprechen», erklärt Patricia Cornali, Projektverantwortliche beim Dachverband. Stattdessen werden die Organisatorinnen und Organisatoren der Nachtwanderungen gewürdigt. Unter anderem mit kleinen Überraschungen für diejenigen, die sich bereits seit vielen Jahren engagieren. «Wir wollten den Veranstalterinnen und Veranstaltern etwas zurückgeben und ihnen damit für den investierten Aufwand und ihr Herzblut danken. Ohne sie hätte die Schweizer Wandernacht nicht so lange überdauert», ist sich Patricia Cornali sicher. Auch die Teilnehmenden dürfen sich freuen: Ein spezielles Jubiläums-Give-away begleitet die Wandernden in diesem Jahr auf ihrem nächtlichen Abenteuer. Das 20. Durchführungsjahr gab den Schweizer Wanderwegen auch einen Anlass, den Kommunikationsmitteln einen frischen Anstrich zu verleihen: Die Nachteule als Botschafterin der Veranstaltung präsentiert sich ab diesem Sommer in einem moderneren Design, und ein neu produziertes Promotionsvideo inspiriert zur Teilnahme.
Von Genuss- bis anspruchsvoll
Die Auswahl der Wanderungen ist vielfältig: von gemütlichen Spaziergängen zur blauen Stunde bis zu anspruchsvolleren Touren im Schein des Mondlichts. Manche dauern zwei, andere über sechs Stunden, einige beinhalten gar eine Übernachtung. Fast die Hälfte der Angebote ist für Familien geeignet. Sie führen durch stille Wälder, entlang von Seen oder hinauf zu Aussichtspunkten mit Blick auf funkelnde Lichter im Tal. Auf der Veranstaltungswebsite sind aktuell 122 Wanderungen aufgeschaltet «Wir erwarten insgesamt gegen 3000 Teilnehmende. Da viele Angebote früh ausgebucht sind, lohnt sich eine rechtzeitige Anmeldung», empfiehlt Patricia Cornali.
